Testletter

Liebe Kurfürstenbad-Freundinnen und -Freunde,
liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter beim Bürgerbegehren "Kurfürstenbad bleibt!",

am vergangenen Mittwoch, 11.1.2017, haben wir Akteneinsicht bei der Stadt genommen. Unser Ziel: Wir prüfen die Zahlengrundlage für das Zustandekommen des Kurfürstenbad-Schließungsbeschlusses vom 22.9.16. Und die Zahlen hinter der Entscheidung des Rates für eine Traglufthalle über dem Friesdorfer Freibad. Unser Ergebnis: Die gutachterlich im Aufrag der Stadt ermittelten Mindestreparaturkosten für eine Wiederinbetriebnahme des Kurfürstenbades von 900TEUR entsprechen in etwa den Kosten, die unser Bürgerexpertenteam mit knapp 800TEUR unabhängig von den Berechnungen des städtischen Gutachters ermittelt hat. Chapeau! Und von dieser Stelle noch einmal ein anerkennendes Dankeschön an unsere Experten, deren fachliche Arbeit durch die Zahlen des städtischen Gutachters "geadelt" werden. Doch statt die ermittelten Kosten des unabhängigen und fachkundigen Gutachters Architekturbüro Dr. Krieger der städtischen Beschlussvorlage zur Schließung des Kurfürstenbades zugrunde zu legen, wurden die Ansätze des Gutachters von der Stadt  pauschal und ohne nachvollziehbare inhaltliche Herleitung auf einem undatierten A4-Blatt mit einem Federstrich mal eben nahezu verdoppelt: Aus 890TEUR wurden - abrakadabra! - Kosten von 1,65 Mio € ! Die dann in der Beschlussvorlage zur Stadtratssitzung am 22.9.2016 noch einmal vom OB auf bis zu 2 Mio. € hochgerechnet wurden.

Gleichzeitig rechnete man die Kosten eines Traglufthallenprovisoriums über dem Friesdorfer Freibad klein, indem auf pauschale Ansätze für zahlreiche Kostenpositionen verzichtet wurde und in der städtischen Beschlussvorlage als einzige belastbare Zahl ein Betrag von 1,1 Mio. Euro als Ergebnis einer „ersten Kostenannahme“ genannt wird. Keine Berücksichtigung möglicher Neu- und Umbauten für Umkleiden und sanitäre Anlagen. Keine Pauschalen für die Aufrüstung der Wasserheizung auf Ganzjahresbetrieb. Keine Lagerkosten für die Traglufthalle im Sommer. Und natürlich auch keine Ansätze für erhöhte Betriebskosten eines Traglufthallenbetriebs oder den ggf. notewendigen Abriss des Sprungturms. Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, dass die vom OB verbreiteten Zahlen  „politische“ Zahlen sind. Sie bilden nicht die Realität ab und taugen auch nicht für eine sachgerechte Entscheidungsfindung im Stadtrat, sondern dienen allein der Begründung und Durchsetzung einer politisch gewollten Schließung des Kurfürstenbades und einer politisch gewollten Errichtung eines Traglufthallenprovisoriums. Damit liegt aus unserer Sicht der Verdacht nahe, dass der Oberbürgermeister mit seinem Vorgehen die Stadtverordneten aller Fraktionen wie die Bürgerinnen und Bürger zum Schaden der Stadt getäuscht hat - mithin unsere Ratspolitiker am 22.9. eine Entscheidung auf Basis nicht belastbarer Zahlen getroffen haben.

Wir meinen: Die Stadtverordneten müssen anders als im vergangenen Jahr am kommenden Montag, den 23.1. wissen, über was sie eigentlich entscheiden! Wir fordern deshalb bis zur Sondersitzung am 23.1.2017 eine ausführliche inhaltliche Stellungnahme des Oberbürgermeisters zum  kostengünstigen Vorschlag unseres Bürgerexpertenteams . Dessen Ziel: Die kurzfristige Wiederinbetriebnahme des Kurfürstenbades zur kommenden Saison. Unser Reparaturvorschlag entspricht hinsichtlich der Kosten im wesentlichen den ermittelten Kosten des städtischen Gutachters, der bereits 2009 das umfangreiche Sanierungsgutachten fürds Kurfürstenbad im Auftrag der Stadt erstellt hat. Und ist sofort umsetzbar. Der OB weigert sich bisher, den konstruktiven Vorschlag der Initiative zur Reparatur des Kurfürstenbades zur Kenntnis zu nehmen. Dass er sich  inhaltlich nicht dazu äußert, zeigt aus unserer Sicht, dass das Konzept nicht mehr und nicht weniger als einen gangbaren Weg aufzeigt - den man aber tot zu schweigen versucht, weil er nicht ins eigene Konzeopt passt. Es ist aber auch ignorant und respektlos gegenüber den mitdenkenden und mithandelnden Bürgerinnen und Bürgern. Und wenig clever obendrein. Denn statt das KnowHow der Bonnerinnen und Bonner zu nutzen und in die städtischen Planungen einfließen zu lassen, setzt OB Sridharan auf massive Konfrontation mit seinen engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Gleichzeitig halten wir es für notwendig und angemessen, dass die Stadt jetzt den Bürgerinnen und Bürgern wie dem Stadtrat unverzüglich die realistischen Gesamtkosten für die Errichtung einer Traglufthalle über dem Friesdorfer Freibad vorlegt. 2,5 Monate nach Vergabe des Planungsauftrages am 3.11.2016 sollte dies möglich sein, wenn der politische Wille dafür da ist.

Nur noch sechs Tage bis zur Sondersitzung am kommenden Montag. Unsere Bitte: Erhöhen Sie jetzt mit uns den Druck auf die Kurfürstenbadgegner! Und handeln Sie jetzt mit uns: 

1. Schreiben Sie jetzt einem oder mehreren unserer Stadtratsabgeordneten einen persönlichen Brief! Teilen Sie ihm oder ihr mit, warum Sie für den Erhalt des Kurfürstenbades sind. Und bitten Sie Ihre/n Abgeordnete/n darum, bei der Abstimmung am 23.1. nur auf sein/ihr Gewissen zu hören - und nicht der Fraktionsräson zu gehorchen.  
2. Unterstützen Sie jetzt mit ihrer Online-Unterschrift die Petition der Bonner Bürgerin Anne Gronski "4 Stadtbezirke - 4 Bäder! Für eine dezentrale Bonner Bäderlandschaft!
3. Verbreiten Sie diesen Newsletter in ihren persönlichen Netzwerken 
4. Kommen Sie am 23.1. um 20:00 Uhr mit uns ins Stadthaus - und verfolgen gemeinsam mit uns die entscheidende Ratssitzung (Anmeldung wegen begrenzter Platzzahl im Ratssaal bei der Stadt unter 772525 notwendig!)   

Kurfürstenbad erhalten!
Bad Godesberg stärken!
Bonn neu denken! 

Eure / Ihre bürgerbewegten 

Lilli Schliebitz
Wolfram Kuster
Axel Bergfeld

​P.S.: Wenn Sie Interesse haben, aktiv in der Initiative "Kurfürstenbad bleibt!" mitzuarbeiten, melden Sie sich unter kontakt@kurfuerstenbad-bleibt.de. Wir sind parteipolitisch unabhängig und offen für Menschen aller Altersgruppen und gesellschaftlicher Herkunft. Und noch wichtiger: Wenn Sie können, spenden Sie  jetzt einen kleinen oder großen Betrag für unsere politische Arbeit. Sie helfen uns damit, die augelaufenen Kosten für Plakate, Flyer, Buttons und Sammelstände zu decken, die wir privat vorfinanziert haben. Herzlichen Dank!

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